Einbrüche in Deutschland – Zahlen & Fakten

Ratgeber
12.02.2018

Das eigene Haus oder die eigene Wohnung ist der Rückzugsort schlechthin. Hier darf man sein wie man ist, hier fühlt man sich unbeobachtet und hier scheint alles sicher zu sein. Der Schreck, wenn ein Einbrecher in diese Intimsphäre eindringt und sämtliches fremdes Eigentum durchwühlt, könnte kaum größer sein.

Einbruch: Wenn der sicherste Ort der Welt verwüstet wird

Laut einer Befragung durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fürchtet sich jeder Dritte davor, Opfer eines Einbruchs zu werden. Die Furcht vor einem Einbruch ist berechtigt, denn oft sind die psychischen Schäden, nachdem ein Fremder illegal in die eigene Wohnung eingedrungen ist, wesentlich gravierender als der materielle Verlust.

Betroffene berichten davon, dass das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden häufig nie mehr vollständig zurückkehrt. Der Verlust geliebter Gegenstände wie Erbstücke und besonders das Gefühl, dass ein Unbekannter in die eigene Privatsphäre eingedrungen ist, machen vielen lange Zeit schwer zu schaffen. Manchmal ist ein Umzug in eine neue Wohnung der einzige Ausweg, um sich wieder sicher und geborgen zu fühlen.

Rund zwei Drittel aller Opfer haben auch Wochen und Monate noch mit den Folgen des Einbruchs zu kämpfen. Viele leiden unter Schlafstörungen, träumen schlecht oder haben Angstanfälle, die sich auch in Herz-Kreislauf-Beschwerden äußern können. Aber nicht nur Erwachsene haben mit Beschwerden zu kämpfen. Auch Kinder sind verunsichert. Sie fürchten sich vor einer Wiederholung und brauchen die Bestätigung der Eltern, dass sie sich geborgen fühlen können.

Die meisten Einbrecher kommen ungestraft davon

Der psychische Schaden ist eine große Belastung für Einbruchsopfer. Dazu kommt der materielle Verlust persönlicher Gegenstände, die einen hohen emotionalen und meist auch finanziellen Wert haben. Der Ring der Mutter, das Silberbesteck der Oma, die Taschenuhr des Onkels: Selbst, wenn es eine finanzielle Entschädigung geben sollte, ist der Verlust nicht wiedergutzumachen. Denn die Gegenstände sind in den meisten Fällen unwiederbringlich verloren.

Einbrüche passieren nur nachts? Falsch!

Die Annahme, dass Einbrecher am liebsten nachts zuschlagen, ist nicht richtig. Die meisten Einbrüche passieren freitags und samstags zwischen 16 und 20 Uhr. Gerade im Winter, wenn es schon früh dunkel wird, steigt die Zahl der Einbrüche in diesem Zeitfenster deutlich an, laut GDV um 40 Prozent im Vergleich zum restlichen Jahr. Dagegen sind die frühen Morgenstunden auf der Skala am wenigsten betroffen. Tageslicht schreckt Einbrecher grundsätzlich nicht ab. Wenn tagsüber viele Menschen ihrer Arbeit nachgehen, bieten leere Häuser und Wohnungen ein willkommenes Ziel für Banden und Einzeltäter. Allerdings sind Einbrecher selten erpicht darauf, die Bewohner des Hauses anzutreffen, weshalb es vergleichsweise selten zu tätlichen Übergriffen kommt.

Häufig rücken Einbrecher nur mit leichtem Werkzeug wie einem Schraubenzieher oder Kuhfuß zum Aufbrechen von Fenstern und Balkon- oder Terrassentüren an. Fenster und Türen, egal ob günstig oder teuer, halten dem nicht lange stand, wenn sie nicht durch zusätzliche Riegel oder Verstärkungen gesichert sind. Innerhalb weniger Augenblicke kann ein Einbrecher sie mit seinem Werkzeug aufbrechen. Auf keinem Fall sollte man Fenster und Türen gekippt lassen. Das bedeutet quasi einen Freifahrtschein für die Gauner und könnte als Versicherungsfall bei der Hausratsversicherung nur schwer geltend gemacht werden.

Um Einbrechern das Eindringen ins Haus zu erschweren, reichen bereist gute mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen aus. Viele Täter geben nämlich schon nach wenigen Minuten auf, wenn sie merken, dass das Objekt nicht so schnell zu knacken ist. Investieren Sie also in gute Schlösser und zusätzliche Riegel und Sicherungen und lassen Sie Einbrechern keine Chance!

Seit Jahren nehmen die Wohnungseinbrüche in Deutschland zu. Allein in der Zeit von 2006 bis 2016 wurde ein Anstieg von über 42 Prozent verzeichnet.

In konkreten Zahlen bedeutet das: Wurden im Jahr 2006 106.107 Einbrüche in Deutschland polizeilich erfasst, waren es 2016 insgesamt 151.265. Im Schnitt wird also alle drei Minuten in Deutschland eingebrochen.

Über 83 Prozent aller polizeilich erfassten Einbrüche können nie aufgeklärt werden. Seit Jahren bleibt diese Zahl relativ konstant, zu raffiniert ist die Taktik der Diebe, einen Tatort ohne Spuren zu hinterlassen.

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